Das war das Zurich Summit 1.0

Das war das Zurich Summit 1.0

Der Samstag: Welcome Walk-Around

Der Auftakt des Wochenendes begann mit dem Welcome Walk-Around im NapaGrill.

In entspannter Atmosphäre wurden Chardonnays aus Kalifornien und Burgund ausgeschenkt, begleitet von verschiedenen kulinarischen Stationen und Flying Service. Viele Gäste nutzten den Abend, um neue Weine zu entdecken, Gespräche zu führen und bekannte Gesichter aus der Weinwelt wiederzutreffen.

Im Circle Room wurden Champagne und Kaviar serviert, während auf der Terrasse und im Restaurant gekocht, degustiert und diskutiert wurde.

Kulinarisch begleitet wurde der Abend unter anderem von:

  • Moses Ceylan
  • Luca Haase
  • Benjamin Geisser
  • Felicia Ludwig

Der Samstag war geprägt von einer offenen und genussreichen Stimmung und bildete den perfekten Einstieg in das eigentliche Tasting am Sonntag.


Das grosse Blind Tasting

Am Sonntagmittag folgte der Kern des Zurich Summit:

Eine grosse Blindverkostung mit 20 Weinen, jeweils zur Hälfte aus Napa Valley und Bordeaux.

Verkostet wurden ausschliesslich verdeckte Flaschen. Herkunft, Preis und Prestige spielten während der Bewertung keine Rolle. Entscheidend war allein die Qualität im Glas.

Parallel zur Verkostung der Gäste degustierte eine Fachjury im Circle Room dieselben Weine in identischer Reihenfolge. Die Bewertungen wurden digital erfasst und später gemeinsam ausgewertet.

Gerade diese Blindverkostung sorgte für viele spannende Diskussionen und einige überraschende Resultate.


Hochkarätige Gäste & Jury

Zum Zurich Summit reisten zahlreiche Persönlichkeiten aus Gastronomie, Weinjournalismus und Sommellerie nach Zürich.

Unter anderem mit dabei waren:

  • Vanessa Conlin
  • Jean-Noel Fourmeaux
  • Alexandre Schmitt
  • Marc Almert
  • Peter Keller
  • Geny Hess
  • Miguel Zamorano
  • Krister Bengtson

Der Austausch zwischen Gästen, Produzenten und Fachpersonen machte einen grossen Teil der besonderen Atmosphäre des Wochenendes aus.


Gala Dinner & Resultate

Am Sonntagabend wurden die Resultate der Blindverkostung im Rahmen eines Gala Dinners enthüllt.

Zwischen den einzelnen Gängen wurden die Platzierungen Schritt für Schritt bekanntgegeben, begleitet von Gesprächen über die Weine, die Verkostung und die Eindrücke des Tages.

Besonders bemerkenswert war der Erfolg von Château Mouton Rothschild 2016, das 50 Jahre nach dem historischen Judgment of Paris beim Zurich Summit als bestbewerteter Rotwein hervorging.

Auch zahlreiche Weine aus Napa Valley sorgten für hervorragende Bewertungen und positives Feedback der Gäste.


Ein Wochenende, das Freude gemacht hat

Das erste Zurich Summit war geprägt von grosser Leidenschaft für Wein, vielen interessanten Gesprächen und einer besonderen Stimmung zwischen Gästen, Produzenten und Partnern.

Unser herzlichster Dank gilt allen, die Teil dieses Wochenendes gewesen sind — den Winzern, Sommeliers, Köchen, Partnern, Medienvertretern und natürlich allen Gästen.

Wir freuen uns bereits auf die nächsten Kapitel des Zurich Summit

positives Feedback der Gäste.


Das Resultat

1. Bordeaux gewinnt offiziell — aber Napa gewinnt kulturell fast mit

Die ersten beiden Plätze:

  1. Mouton
  2. Latour

sind klassische Bordeaux-Ikonen.

Das bestätigt:
2016 Bordeaux auf absolutem Höchstniveau funktioniert blind weiterhin enorm stark.

Aber:

Platz 3–4:

  • Continuum
  • S.L.V.

liegen praktisch gleichauf.

Und genau das ist bemerkenswert.

Denn diese beiden Weine sind keine „Crowdpleaser-Bomben“, sondern eher strukturierte, elegante Napa-Interpretationen.

Das zeigt:
Das Publikum hat überraschend differenziert bewertet.


2. Continuum ist möglicherweise der eigentliche Star des Tastings

Das ist vielleicht das spannendste Resultat des gesamten Summits.

Warum?

Im Professional Panel war Continuum bereits stark.

Im Overall Ranking steigt der Wein sogar auf Platz 3.

Das bedeutet:

  • Fachjury liebt ihn
  • Publikum liebt ihn
  • blind funktioniert er extrem gut

Und genau das passiert nur bei Weinen mit:

  • Balance
  • Präzision
  • Harmonie
  • grosser Textur
  • Länge

Continuum war vermutlich der Wein, der am meisten „vollständig“ wirkte.


3. S.L.V. bestätigt erneut seine historische Rolle

Dass S.L.V. wieder in den absoluten Toprängen landet, ist fast symbolisch.

1976:
Stag’s Leap gewinnt gegen Bordeaux.

2026:
S.L.V. erneut unter den besten Weinen des gesamten Tastings.

Und wieder blind.

Das ist kein Zufall mehr.
Das zeigt, dass dieser Stil über Jahrzehnte hinweg international funktioniert.


4. Napa performt insgesamt stärker als Bordeaux in der Breite

Das ist sehr interessant.

Top 10:

  • 6 Rotweine aus Napa
  • 4 aus Bordeaux

Und mehrere Napa-Weine schlagen:

  • Palmer
  • Angélus
  • Vieux Château Certan

Das wäre vor einigen Jahren in Europa kaum vorstellbar gewesen.

Vor allem Grace Family auf Platz 6 ist extrem stark.
Grace wird oft emotional und raritätsbedingt bewertet — hier musste der Wein blind performen. Und das tat er offensichtlich.


5. Dominus rehabilitiert sich

Im Professional Panel war Dominus überraschend tief.

Im Final Ranking steigt er deutlich.

Das passt stilistisch eigentlich logisch:
Dominus ist oft weniger spektakulär im ersten Eindruck, gewinnt aber mit Luft und im längeren Trinken.

Das Publikum hat ihn offenbar stärker honoriert als die Jury.


6. Die Weissweine zeigen eine klare Tendenz

Smith Haut Lafitte Blanc gewinnt die Weisskategorie relativ klar.

Das deutet darauf hin, dass die Mehrheit:

  • Frische
  • Spannung
  • mineralische Präzision
  • lineare Struktur

höher bewertet hat als:

  • pure Aromatik
  • Breite
  • exotische Opulenz

Interessant ist aber:
Illumination schlägt mehrere hochklassige Bordeaux-Blancs.

Das ist für Napa Sauvignon Blanc ein extrem starkes Zeichen.


7. Schrader überrascht etwas tiefer

Schrader LPV nur auf Platz 11 ist wahrscheinlich eines der grössten Überraschungsresultate.

Denn:

  • Parker-Style
  • hohe Konzentration
  • grosse Intensität

funktionieren oft beeindruckend solo.

Blind in einem Flight gegen klassische Bordeaux kann ein solcher Stil aber:

  • schwerer wirken
  • weniger präzise erscheinen
  • schneller ermüden

Das Resultat zeigt eigentlich sehr schön:
Das Tasting belohnte Balance stärker als reine Kraft.


8. Das vielleicht wichtigste Fazit des gesamten Summits

Das Tasting zeigt nicht, dass Bordeaux „besser“ ist als Napa.

Es zeigt vielmehr:

Die Spitze beider Regionen ist heute qualitativ praktisch gleichwertig.

Der Unterschied liegt weniger in Qualität als in Stilistik.

Und genau das macht das Resultat so glaubwürdig.

Denn weder gewann Napa dominant.
Noch wurde Napa „deklassiert“.

Sondern:
Die grossen Weine beider Regionen standen auf Augenhöhe.


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